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17Mai

Pressemitteilung 13.05.2016

Sind Hamburgs Feuerwehreinsatzkräfte ausreichend vor krebserregendem Brandrauch geschützt?

Nach dem Feuer im Hamburger Stadtteil Veddel vom vergangenen Sonnabend bei dem eine Lagerhalle bis auf die Grundmauern niedergebrannt war, stellt sich nicht nur die Frage, ob und wieweit der Brandrauch Partikel des krebserregenden Asbests enthalten hat, sondern auch, ob die Einsatzkräfte der Hamburger Feuerwehr generell ausreichend vor krebserregendem Brandrauch und damit vor einer Aufnahme karzinogener Stoffe über die Haut geschützt sind.

Die Antwort auf die Frage lautet „Nein!“
In der Halle wurden unter anderem Schausteller-Ausrüstung, Baustoffe und Polystyrol gelagert.
„Alles Gegenstände, die aus Materialien hergestellt wurden, die bei einem Feuer krebserregende Substanzen im Brandrauch freisetzen. Keiner weiß, was für ein Giftcocktail bei einer Reaktion unter Einwirkung von Hitze und Löschwasser entsteht!“, so Marcus Bätge, der im Berufsverband Feuerwehr e.V. für die Bereiche Arbeitssicherheit und Gesundheitsangelegenheiten, Schwerpunkt berufsbedingte Krebserkrankungen bei Feuerwehreinsatzkräften, zuständig ist.
Bätge weiter: “Die „modernen Feuer“ sind durch den überwiegenden Kunststoffanteil in den Produkten gefährlicher als noch vor 10 Jahren“.

Brandrauch ist bereits von der IARC, einer offiziellen Forschungseinrichtung der Weltgesundheitsorganisation, als karzinogen eingestuft worden.

„Eine konsequente Trennung von sauberen und schmutzigen Bereichen bereits an der Einsatzstelle ist die Grundlage für die Vermeidung einer Kontaminations-verschleppung.
Schon durch den Wechsel der verschmutzten Einsatzkleidung gegen saubere würde sich ein Krebsrisiko minimieren lassen.“

Die Deutsche gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) empfiehlt in einem Merkblatt, die Schutzkleidung zu reinigen, wenn sie unmittelbar mit Brandrauch beaufschlagt wurde oder bei Verdacht auf Schadstoffanhaftungen.
Also nach jedem Brandereignis.

Lösen lassen würde sich das Problem bereits durch eine zweite Einsatzgarnitur pro Mitarbeiter und Erneuerung der an den Wachen vorhandenen zum Teil bis zu 20 Jahre alten Reserve-Bekleidungsvorräten, doch das ist von der Behördenleitung nicht gewollt.

Zurzeit behelfen sich die Kollegen noch mit Einsatzanzügen, deren Schutzwirkung nach bis zu 20 jähriger Nutzungsdauer eher fraglich ist.

Oftmals müssen sich die Kollegen die Schutzbekleidung an anderen Feuerwachen ausleihen, da die Ersatzwäsche an der eigenen Wache nicht ausreichend vorhanden ist. Eine Rückführung der sauberen Wäsche aus der Reinigung dauert zurzeit 2 bis
3 Wochen.

Dies ist ein nicht akzeptabler, unhaltbarer Zustand, der schnellstmöglich abgestellt werden muss.

Der Vorstand

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